Oase holt die Kinder von der Straße


Zweigstelle des Johanneshilfswerks in Eichwalde



Auch in den Berliner Randgebieten wird die Situation der Kinder aus sozial schwachen Familien dramatischer. Jetzt wurde direkt neben dem Rathaus des Berliner Vororts die Oase gegründet. Ein neues Projekt des Johanneshilfswerks international e.V., das Berliner Kinderhilfs-Projekte unterstützt. Schwerpunkt der Oase: der Pfadfinderclub. Projektleiter Volkmar Kolibabe (59): „Die Kinder sollen das Abenteuer Natur erleben und dass gute Lebensgefühlgefühl, das ihnen Kameradschaft, Verantwortung und gegenseitiges Helfen gibt.“ In der Grünauer Straße 47 wurde ein Laden angemietet. Bis zu 30 Kinder aus sozial schwachen Familien sollen hier Verständnis und Geborgenheit finden. Es geht um Grundbedürfnisse der Kinder zwischen 6 und 15 Jahren wie kostenlose Essenausgabe, Hausaufgabenbetreuung, sinnvolle Freizeitgestaltung. Eine der ersten Aktionen zur Finanzierung der Oase ist ein Geschenkbasar, auf dem Töpferarbeiten aus Arbeitstherapie-Projekten sozialer Einrichtungen für Behinderte und Suchtgefährdete verkauft werden. Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr. Kinder alkoholkranker Eltern.
Und noch ein Problem, das Volkmar Kolibabe lindern helfen will: Die Not der Kinder alkoholkranker Eltern. Um ihnen aus dem Teufelskreis von Alkoholismus der Eltern, sozialer Isolierung und schulischen Schwierigkeiten einen Weg sinnvoller Freizeitbeschäftigung zu zeigen, ist der Pfadfinderclub eine Möglichkeit. Aber Volkmar Kolibabe will mehr für sie tun, sucht Verbündete, um sich umfassender um diese Kinder zu kümmern: „Natürlich lösen wir damit nicht die familiären Sorgen. Wir wollen Hoffnung geben, Werte und Lebenssinn vermitteln. Und wenn es für die Kinder nur ein Hoffnungsschimmer ist. Alles ist besser, als sich überhaupt nicht um sie zu kümmern und alles einfach nur seinen Lauf gehen zu lassen.“ Aber nicht nur für Kinder will die Oase etwas tun. Kolibabe: „Zur Familie gehören Kinder und ihre Eltern.“ Deshalb soll es in der Oase auch eine Selbsthilfegruppe für Arbeitlose geben. Kolibabe: „Es geht um ihre Gesamtsituation. Ihre finanziellen, ihre familiären und, wenn es so ist, Suchtprobleme – um alles, was zu Hause zu einer explosiven Situation führt. Wir wollen mit unseren Mitteln, mit unsrer Erfahrung Menschen helfen, die sich oft in einer für sie ausweglosen Lage empfinden.“ Die Oase arbeitet ohne staatliche Unterstützung, ist allein auf Spenden angewiesen. Kolibabe: „Wir wenden uns besonders an die Bürger von Eichwalde und Umgebung. Wir brauchen jede Hilfe.“