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Märkische Allgemeine: Prediger mit der Gitarre

„Eintausend Euro“steht in schwarzen Lettern auf dem bläulichen Scheck, den Rüdiger Glauch vom Johanneshilfswerk beim Benefizkonzert der Arche am Montagabend überreicht hat. „Dieses Geld werden wir zum Ausbau des Teenie-Bereichs nutzen“, freute sich Arche-Chef Oliver Valdorf.

Das Programm des christlichen Hilfswerks reicht von Sportangeboten über Computertraining bis hin zu Ausflügen. Neuerdings gibt es freitags ab 17 Uhr für Jugendliche ab der siebten Klasse auch die Möglichkeit, sich in der „Teens Hood“ unter Gleichaltrigen auszutauschen. „Da sind in den Jugendräumen oft um die 25 Teenies“, weiß Arche-Praktikant Robert. „Bald dürfen wir auch mitmachen“, sagt die zehnjährige Pauline und zwinkert mit ihren perfekt geschminkten Wimpern.

Sie begutachtet die Band auf der Bühne. Gerade stellt der Sänger Nate seine Musiker vor. Neben ihm am Mikrophon in Pink steht Christina, die ihren Gesang mit großer Mimik und Gestik untermalt. Am Schlagzeug Steve, eher der Rockerschiene als dem Gospel zuzuordnen. Den Bassisten Adam erkennt man mit seinem Pepsi-T-Shirt und der Sonnenbrille auf dem Kopf sofort als Amerikaner.

Die Musiker, einschließlich Nates„wundervollerEhefrau Catherine“ am Keyboard, gehören alle der „First Assembly of God“ an. In seiner Heimatgemeinde in Michigan, die zu den US–Pfingstgemeinden gehört, ist Nate als Musik-Pastor angestellt. Jetzt predigt er zwei Wochen lang nur von der Bühne aus, immer mit einer Gitarre um den Hals. Während der „Sound of Worship Tour“ will er das deutsche Publikum jeden Abend in einer anderen Stadt mit dem Klang seiner Loblieder begeistern.

Die Texte erzählen von der „großen Liebe“, dem unbeschreiblichen Gefühl der Geborgenheit. Er singt nicht von einer schnulzigen Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau. Es geht um seine Erfahrungen mit Gott. Ein Lied singt der 32-Jährige sogar auf deutsch, alle sollen beim Refrain miteinsteigen: „… inmitten deiner Liebe ganz und gar bei dir zu sein, Herr!“

Die Stimmung ist jedenfalls gut, Kinder turnen um das blau erleuchtete Kreuz herum. Im hinteren Bereich des Saals stehen die Älteren und tanzen zu den Melodien, die mal rockig und dann wieder melancholisch klingen.

Die Ansagen zwischen den Songs übersetzt Christoph Funk, ein Pastor der jungen Gemeinschaft „Kirche für Potsdam“. Die Freie evangelische Gemeinde versteht „Kirche“ nicht als Gebäude oder Institution, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die zu Jesus gehören, so Funk. „Wir haben auch keine eigenen Räume, deswegen sind Gottesdienste in unregelmäßigen Abständen in der Arche“, erzählt er und lädt gleich zum nächsten Gottesdienst zum Thema „Religion ist Mist!“ ein. Jeder ist willkommen, darüber nachzudenken, warum das „Reich Gottes rockt“. (Von Diana Bade, Von Theresa Leisgang)

Gottesdienst am Sonntag, den 26. Februar um 10.30 Uhr in der Arche, Oskar-Meßter-Straße 2 in Drewitz.